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Vorwort

Vorwort

Portrait Martine Deprez

Mit Schwätz mat! hat Luxemburg einen bedeutenden Schritt darin getan, die Zukunft seines Rentenversicherungssystems neu zu denken und zu gestalten. Erstmals wurde ein Dialog von dieser Größenordnung für die gesamte Bevölkerung zu einem Thema eröffnet, das jede und jeden betrifft – heute und morgen.

 

Diese breit angelegte Konsultation, die am 4. Oktober 2025 gestartet wurde, ermöglichte es tausenden Bürgerinnen und Bürgern, ihre Stimme einzubringen. Über mehrere Monate hinweg fanden offene, teils anspruchsvolle, stets konstruktive Austauschprozesse mit den Sozialpartnern, Expertinnen und Experten sowie den Institutionen statt. Mehr als 9.000 Beiträge haben, so eine gemeinsame Reflexion über die demografischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen genährt, vor denen unser Rentensystem steht.

 

Heute trägt diese kollektive Arbeit Früchte mit der Verabschiedung des Gesetzentwurfs zu den Anpassungen des Rentenregimes, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten werden. Diese Anpassungen zielen darauf ab, die finanzielle Tragfähigkeit des Rentenversicherungssystems zu sichern und gleichzeitig das gesetzliche Renteneintrittsalter bei 65 Jahren beizubehalten. Vorgesehen sind insbesondere eine maßvolle Erhöhung des Beitragssatzes um 0,5 % für jede beitragspflichtige Person, die Einführung einer schrittweisen Alterspension, die einen gleitenden Übergang zwischen Erwerbsleben und Ruhestand ermöglicht, eine flexiblere Anerkennung der Studienjahre in der Versicherungslaufbahn sowie eine schrittweise Verlängerung der erforderlichen Beitragsdauer für den Zugang zur vorgezogenen Alterspension ab 60 Jahren. Diese Verlängerung reicht von einem Monat für Renteneintritte ab dem 1. Juli 2026 bis zu acht Monaten für Renteneintritte im Jahr 2030.

 

Die beschlossenen Maßnahmen ermöglichen es, unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und auf Basis der neuesten verfügbaren Schätzungen, die Finanzierung des Rentensystems für die kommenden Jahre zu stabilisieren und sicherzustellen, dass die zentralen Kennzahlen bis 2042 innerhalb der gesetzlichen Vorgaben bleiben. Sie stellen einen entscheidenden Schritt dar und machen zugleich deutlich, dass die Verantwortung für den Erhalt eines gerechten und nachhaltigen Rentenversicherungssystems auch in den kommenden Jahren kontinuierlich wahrgenommen werden muss.

 

Schwätz mat! zeigt, dass ein offener und respektvoller Dialog nicht nur die Qualität politischer Entscheidungen stärkt, sondern auch das Vertrauen in unser Sozialmodell. Die dafür eingerichtete Website lädt Sie ein, die heute beschlossenen Anpassungen des Rentenregimes kennenzulernen, ihre Umsetzung zu verfolgen und – wie bisher – Ihre Anliegen, Ideen und eventuellen Fragen mit uns zu teilen.

Vielen Dank im Voraus und vor allem herzlichen Dank für Ihr Engagement im Rahmen dieser ersten breit angelegten Konsultationsinitiative!

 

Martine Deprez

Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit

Die Tragfähigkeit des Rentensystems

Im Juli 2024 veröffentlichte die IGSS (Inspection générale de la sécurité sociale) in Luxemburg einen Bericht zur Tragfähigkeit des Rentensystems, der auf einige dringende Herausforderungen hinweist.

 

Die Hauptursache, die das finanzielle Gleichgewicht des Systems bedroht, sind die Folgen des wirtschaftlichen Wachstums des Landes in den vergangenen Jahrzehnten. Der stetige Zuwachs von Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt ab den neunziger Jahren schlägt sich in naher Zukunft in den Neuzugängen ins Rentensystem wieder. Dies wird, zusammen mit einer alternden Bevölkerung, den Druck auf die arbeitende Bevölkerung erhöhen, da das Verhältnis von Rentnern zu Erwerbstätigen stark steigen wird. Dies führt zu einem Anstieg der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Rentenbezieher von den jüngeren Generationen in Beschäftigung.

 

Finanziell gesehen steht das Rentensystem dadurch vor großen Schwierigkeiten. Ab 2028 wird erwartet, dass die Rentenausgaben die Beiträge übersteigen. Ohne Reformen könnte die Pensionsreserve, die aktuell mehr als das Vierfache der jährlichen Ausgaben deckt, bis 2047 erschöpft sein.

 

Zusammengefasst stellt der Bericht klar, dass ohne Anpassungen das luxemburgische Rentensystem auf langfristige Sicht nicht nachhaltig ist. Diese Prognosen verdeutlichen, dass Reformen bald erfolgen müssen, um das Rentensystem auch für zukünftige Generationen stabil zu halten.

 

Der Bericht zum Download:

Projections démographiques et financières du régime général d’assurance pension, Inspection générale de la sécurité sociale (IGSS), 2024

2024
Hintergrundinformation
Datei

Année de parution : 2024

Auteur : Inspection générale de la sécurité sociale

Langue(s) : Français

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